Cookie Consent by FreePrivacyPolicy.com Nistkästen aufhängen: Wo ist der beste Standort?
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Der Standort

Der Nistkasten am richtigen Platz

Wie Du den richtigen Platz findest

Welche Faktoren?

Einen Nistkasten sollte man nicht da aufhängen, wo er besonders "zur Geltung kommt". Es sollte da angebracht sein, wo er den besten Bruterfolg verspricht. Auf das solltest Du achten:

  • Sonneneinstrahlung
  • Einflugloch in die richtige Richtung
  • Die Höhe
  • Sicherheit vor Katzen
  • Reviere
  • Frei hängend oder am Baumstamm?
  • Nähe zum Menschen

Die Sonneneinstrahlung

Durch die Erderwärmung werden heiße Tage zur Brutzeit im Frühjahr immer häufiger. Bitte hänge deshalb Deinen Nistkasten nicht in die pralle Sonne. Ein dickwandiger Nistkasten schützt zwar besser als eine billige Sperrholzkiste. Dann sind auch mehrere Stunden Sonne erträglich. Aber Du willst ja keine Vogelkinder braten. Und die Vogeleltern wählen im Zweifelsfall einen Kasten an einem günstigeren Platz.

Wenn andererseits ein Nistkasten garnicht von der Sonne erreicht wird, muss wenigstens der Wind daran vorbeistreichen können. Wenn nass gewordenes Holz nicht abtrocknen kann, dann wird es morsch. Dauerfeuchte Nistkästen werden gemieden. Dafür gibt es dann aber vielleicht Wildbienenarten, die an Deinem Kasten Gefallen finden.

Das Einflugloch

In Mitteleuropa kommen Wind und Wetter meist von Westen. Vögel bevorzugen Nistkästen, die mit dem Einflugloch eher nach Osten ausgerichtet sind.

Die Höhe

Zurzeit (19.5.2022) füttert in unserem Garten eine Kohlmeise ihre Kinder: Sie hat ein Pure Nature Birdhouse als Brutstätte gewählt, dessen Einflugloch nur etwa 1,15 m über dem Boden liegt. Sie hätte viele andere Nistkästen zur Wahl gehabt, denn unser Garten hat ein beträchtliches Überangebot, (unter anderem auch für solche Beobachtungen).

Die meisten Singvögel, auch die meisten Meisen, sind etwas vorsichtiger: Ein Nistkasten sollte mindestens 1,5 Meter, besser etwa 2 Meter über dem Boden aufgehängt sein. Im Sonderfall Wiederhopf-Kasten reichen schon 30 cm über der Erde, Stare lieben es höher, etwa 4 m. Nach oben gibt es keine genaue Grenze. Auch der Balkon im zweiten Stock ist für Vögel kein Problem und wenn es keinen alternativen Nistkasten weiter unten gibt, dann wird er gerne bezogen. Gibt es hohen Baumbestand in Hausnähe, dann sind auch der dritte und vierte Stock noch gut im Rennen.

Gartenrotschwänzchen wünschen sich ihre Wohnung eher etwas höher als die Meisen. Das dürfen dann auch drei Meter sein.

Frisch ausgeflogenes Kohlmeisen-Küken

Sicherheit vor Katzen

Vögel achten genau auf mögliche Gefahren. Schwalben ziehen auf dem Bauernhof sogar die Reichweite des Kettenhunds in Betracht, weil das wiederum vor Katzen schützt. Gerade in Gärten sind Katzen eine große Gefahr für ausfliegende Jungvögel. Einen Nistkasten sollten sie keinesfalls erreichen können.

Der gefährlichste Moment

Die kleine Kohlmeise auf dem Foto ist gerade ausgeflogen. Sie hat keine Angst vor mir oder der Kamera. Eine Katze hätte sie längst gefressen. Es dauert einige Zeit, bis sie lernt, sich aktiv zu verstecken. Einen gepflegten Rasen oder Terrassenplatten vorzufinden, ist von der Evolution noch nicht berücksichtigt.

Wichtig: Zu einem guten Standort gehört Gebüsch oder doch wenigstens ein Stück hohes Gras in der Nähe, das ausgeflogenen Vogelkindern schnell Schutz bieten kann. Auch aus der Luft sind sie sonst schnell entdeckt und auch die Falken haben genau zur selben Zeit ihre Jungen zu füttern.

Noch ein Hinweis dazu: Manchmal fliegt ein Jungvogel aus und die Geschwister sitzen noch ein, zwei Tage im Nest. Der Erstling hört, wie Eltern und Geschwister kommunizieren und bleibt in dieser Zeit unmittelbar unter dem Nistkasten auf dem Boden und wird dort auch noch gefüttert. Unterschlupf direkt unter dem Nistkasten ist jedenfalls eine gute Idee. Auf der Terasse können das einfach ein paar Topfblumen sein.

Sicherheit geht vor

Wir neigen ein wenig dazu, millimetergenaue Einfluglöcher und handwerklich perfekte Nistkästen für das Maß aller Dinge zu halten. Das gibt es in der Natur aber nicht. Höhlenbrüter passen sich an und machen Kompromisse, sonst wären sie längst ausgestorben. Die wenigsten Kompromisse machen sie bei der Sicherheit.

Das wichtigste Kriterium der Vögel ist nicht Bauform oder Wind und Wetter. Die Sicherheit vor Marder, Katze oder Rabenvögeln ist wichtiger. Und da Vögel gerne selbst entscheiden, was sie für sicher halten, ist Vielfalt ein wichtiges Kriterium. Biete also mehr Kästen an, als die Reviergrößen erlauben. Aber wähle unterschiedliche Standortbedingungen.

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schwer erreichbarer Nistkasten

Aufhängen und vergessen

Wer einen Nistkasten aufhängt, nimmt sich oft vor, ihn schon im nächsten Winter zu säubern und jedenfalls danach zu schauen. Doch das ist oft eine Illusion. Nistkästen verschwinden im Efeu, sind durch Dornenhecken kaum noch erreichbar oder werden einfach vergessen. Nistkästen sind nicht unsere Hauptbeschäftigung.

Mit dem Pure Nature Birdhouse ist hier endlich ein Idealzustand erreicht. Da gibt es einfach keine Nägel, die in den Baum einwachsen. Es gibt keine Farbrückstände, keinen Beton, keine Dachpappe und keine verzinkten Dachpappennägel, die noch nach Jahrzehnten Mensch und Tier verletzen könnten. Die Bruthöhle besteht nur aus Natur und kehrt zur Natur zurück. Auch wenn man ihn vergisst, ist einfach alles gut.

Reviere

Je mehr Nistkästen Du aufhängst, desto besser ist es, denkst Du möglicherweise. Aber das hat Grenzen. Vögel haben Reviere und verteidigen diese vehement gegen Eindringlinge. Wenn Du also zwei Nistkästen für Kohlmeisen (Einflugloch 32 mm) nebeneinander hängst, wird nur einer davon von Meisen bewohnt werden. Naturschützer empfehlen einen Abstand von etwa 10-15 Metern. Ein Drittel weniger darf es manchmal sein, wenn eine klare optische Grenze dazwischen liegt, eine Hausecke etwa oder eine Hecke. Dann klappt es auch schon mal mit 7 Metern. Ganzjährige Fütterung kann die benötigten Reviere ebenfalls ein wenig reduzieren. Das Nahrungsangebot scheint sich jedenfalls auf die Reviergröße auszuwirken.

Vielfalt ist wertvoller

Der Natur tut jeder Nistkasten gut. Aber viel besser ist es, wenn man Vielfalt schafft.

Unterschiedliche Vogelarten vertragen sich gut, wenn sie keine direkten Nahrungskonkurrenten sind. Aber obwohl Meisen eigentlich untereinander solche Konkurrenten sind, kann ein Kasten für Blaumeisen (Einflugloch 28 mm) durchaus auch belegt werden, wenn es weniger als zehn Meter zum nächsten Kohlmeisen-Haus sind. Das muss man aber einfach ausprobieren.

Meisen können auch Körner fressen und deshalb im Winter bei uns bleiben. Trauerschnäpper und Gartenrotschwanz sind Insektenfresser und deshalb Zugvögel und manchmal spät dran. Sie nehmen dann gerne auch einen Nistkasten zwischen den Meisen an. Siebenschläfer und Fledermäuse sind ohnehin ganz außer Konkurrenz.

Wieviele Nistkästen pro Fläche?

Als Richtwert für die Zahl der Nistkästen kann zur Orientierung dienen: 40 Stück pro ha, davon 60 % 32 mm, 20 % 28 mm und der Rest weiter geöffnet für Halbhöhlenbrüter.

Wenn Du möglichst viele Brutpaare anlocken willst, dann solltest Du Nistkästen in verschiedener Höhe, mehr oder weniger versteckt umd mit mehr oder weniger Schatten aufhängen. Unterschiedliche Vögel haben unterschiedliche Vorlieben. Außerdem: Ein Nistkasten zuviel schadet nicht, einer zuwenig wäre schade.

Frei hängend oder am Baumstamm?

Wir Menschen stellen uns unter einem Haus etwas sehr Solides vor. Eine Kohlmeise sieht das ganz anders: Vor allem, wenn Katzen in der Nähe sind, bedeutet ein frei hängender Nistkasten zusätzliche Sicherheit. Ob das Haus vom Wind geschaukelt wird, ist Vögeln egal.

Vögel erkennen auch, dass ein Nistkasten an einer kahlen Wand viel Sicherheit bietet und nehmen solche Kästen gerne an. Die Stelle sollte aber nicht zu lange in der prallen Mittagssonne sein. Grundsätzlich muss ein Nistkasten nicht unter einem Dach befestigt sein.

Ein Nistkasten kann auch, wie man es von Futterhäuschen kennt, auf einem Pfahl stehen. Das ist auch gegen Katzen recht sicher.

Nähe zum Menschen

Viele Singvögel gewöhnen sich gut an Menschen. Plätze, an denen Menschen sich nicht permanent aufhalten, sind meist kein Problem. Ein Nistkasten kann also ohne Weiteres direkt neben einem Gartenweg oder neben der Haustür sein. Weniger lustig ist es für unsere gefiederten Freunde, wenn sie denken, das wäre ihr Garten und dann sitzt am Sonntag plötzlich eine ganze Partyrunde stundenlang direkt neben dem Nistkasten, in dem die Kinder auf Futter warten. Auch der Musikgeschmack der Vögel ist manchmal etwas eigenwillig. Da ist dann ein wenig Rücksicht gefragt.

Wichtig: Feuer und Rauch sind Stress pur, denn ein Vogel kann einen Waldbrand von einer Grillparty nicht unterscheiden. Hänge deshalb bitte ein Vogelhaus nicht in unmittelbare Nähe zu einer Feuerstelle.

Wann hängt man Nistkästen auf?

Ein Nistkasten hat verschiedene Naturschutzaufgaben während des ganzen Jahres. Singvögel, Bilche und Schmetterlinge nutzen ihn zu verschiedenen Zeiten. Er ist nicht nur Bruthöhle, sondern auch überlebenswichtiger Wärmeschutz im Winter und nächtlicher Rückzugsort für Schmetterlinge im Sommer. Deshalb ist es völlig egal, zu welcher Jahreszeit Du einen Nistkästen aufhängst. Er ist sofort nützlich.

Es ist deshalb auch nicht sinnvoll, einen Nistkasten im Haus zu überwintern, nur damit er länger hält.

Aufhängen nach Kalender?

Rotschwänzchen sind sehr beliebt und wer gezielt Rotschwänzchen in seinem Garten haben möchte, greift manchmal auf einen Trick zurück:

Rotschwänzchen sind Zugvögel. Die raren Nistkästen sind längst von den Meisen besetzt, wenn die Rotschwänzchen ankommen. Wenn man einen seiner Nistkästen über den Winter abhängt und erst bei der Ankunft der Zugvögel, spätestens Mitte April, wieder aufhängt, verbessert man die Chancen für die Rotschwänzchen auf eine freie Bruthöhle.

Aber, wie gesagt, Nistkästen dienen Singvögeln als nächtlicher Zufluchtsort bei besonderer Kälte. Es ist deshalb wichtig, Nistkästen über den Winter draußen zu lassen. Für die Rotschwänzchen gibt es zwei andere Möglichkeiten:

  • Rotschwänzchen nehmen (möglicherweise notgedrungen) hellere bis hin zu recht weit geöffneten Bruthöhlen in Kauf, wenn sonst nichts Geeignetes mehr frei ist. Man kann daher ein spezielle "halboffene" Bruthöhle anbieten. Auch andere Vögel wie z.B. der Zaunkönig, lieben es eher halboffen.
  • Man weiß ohnehin nie so genau, welche Nistkästen belegt werden. Wer einfach ein paar Nistkästen mehr anbietet, als die Revierdichte der Meisen erlaubt, garantiert den Rotschwänzchen ebenfalls ihren Platz.

Vögel schützen ✅
Freude am Garten ✅
Glückliche Kinder ✅
 
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